Welt der Naturwissenschaften

Eine Sammlung von Essays als schneller Zugang zu den Naturwissenschaften für Selbstdenker und andere Minderheiten.

Heute ist der 10. Dezember 2018

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GESUNDHEIT!


Der Rektor der Medizinischen Universität Wien, Univ.-Prof. Dr. Markus Müller erklärte einem Internet-Recherchemagazin: "Die MedUni Wien ist als international sichtbare, österreichische Leitinstitution dem Prinzip der evidenzbasierten Medizin verpflichtet. Patienten sollten daher ausschließlich … wissenschaftsbasierte Heilverfahren angeboten werden."

Mit diesen Worten wurde der kürzlich erfolgte Rausschmiss der Homöopathie aus dem Lehrinhalt der Medizinischen Universität begründet. Der Vorgang hat in den Medien einige Wellen geschlagen, mehr ist nicht passiert. Einigen Homöopathen kam diese Maßnahme nicht ungelegen, denn die Homöopathie kann mit der so genannten "Schulmedizin" in sehr vielen Bereichen nicht mithalten. Einer dieser Bereiche ist die Intensiv- und Notfallmedizin.

Einem bewusstlosen Patienten oder einem Patienten mit Kreislaufstillstand darf niemals oral (durch den Mund) etwas verabreicht werden, hier bricht die Homöopathie völlig weg. Das Team des Notarztes setzt nach der ersten Hilfe folgende Maßnahmen: Schwer verwundete Patienten (Verbrennungen usw.) werden ins künstliche Koma versetzt. Dabei werden in der Regel Medikamente wie Dormicum, Ketamin und Propofol intravenös verabreicht. Letzteres Mittel wird in der Notfallmedizin oft verwendet, weil es rasch wirkt. Wenn der (bewusstlose) Patient intubiert und künstlich beatmet werden muss, werden auch Muskelrelaxantien injiziert, andernfalls würde die Intubierung nicht funktionieren. Zur Stabilisierung des Kreislaufs werden Infusionen mit Ringerlösungen verwendet. Diese Maßnahmen zählen zum Standardprogramm in der Intensiv- und Notfallmedizin. Jede Verabreichung homöopathischer Mittel bei bewusstlosen Patienten würde den Tatbestand der Körperverletzung oder fahrlässigen Tötung erfüllen.

Verbraucherschützer und Aufklärer in aller Welt schluckten am 5. Februar 2011 massenweise homöopathische Medikamente und provozierten auf diese Weise eine "Überdosis". Sie wollten damit auf das Missverhältnis zwischen der behaupteten Wirkung und den Beweisen für die Wirksamkeit der Homöopathie hinweisen und eine ausführliche Diskussion zu diesem überholten Verfahren anregen. Die Homöopathie ist ein bekanntes und beliebtes Verfahren der so genannten Komplementär- und Alternativmedizin, allerdings zu Unrecht, denn die Theorie hinter der Homöopathie war nur zu Hahnemanns Zeiten vor 200 Jahren halbwegs einleuchtend. Inzwischen hat der wissenschaftliche Fortschritt die Thesen Hahnemanns überholt.

Die zurzeit besten Informationen zum Thema Medizin contra Alternativmedizin bietet das Buch: Dr. Natalie Grams, "Gesundheit!", Verlag Springer.




© 2018 Rudolf Öller, Bregenz


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