Welt der Naturwissenschaften (Scientific Medley)

Eine Sammlung von Essays für Selbstdenker und andere Minderheiten.


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16. September 2019

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PERIODENSYSTEM


Chemische Elemente sind Grundstoffe, die man mit chemischen Methoden nicht weiter zerlegen kann. Wasser ist beispielsweise kein Element, weil es leicht in Wasserstoff und Sauerstoff getrennt werden kann. Diejenigen Elemente, die schon lange bekannt sind, haben lateinische Namen wie Ferrum (Fe) für Eisen, Aurum (Au) für Gold und Argentum (Ag) für Silber. Der russische Chemiker Dimitri Mendelejew ordnete 1869 erstmals die damals bekannten 63 Grundstoffe nach ihren chemischen Wertigkeiten und mit steigender Atommasse an. Mendelejews deutscher Kollege Lothar Meyer entdeckte unabhängig davon ebenfalls dieses "Periodensystem der Elemente". Wasserstoff ist das leichteste bekannte Element, es hat die Nummer 1. Mendelejew erkannte Lücken in diesem System und vermutete, dass diese mit noch unbekannten Elementen zu füllen wären. Er sagte daraufhin die Entdeckung weiterer Elemente voraus. Nachdem wenig später Gallium, Germanium und Scandium isoliert worden waren und perfekt in Mendelejews Periodensystem passten, erkannten die Chemiker die Bedeutung der neuen genialen Anordnung.

Das Periodensystem, auch "Periodentafel" genannt, feiert 2019 sein 150-jähriges Jubiläum. Gerade rechtzeitig ist die älteste bekannte Wandtafel des Periodensystems aufgetaucht. Kurz nachdem Mendelejew sein System entworfen hatte, wurde es bei mehreren Verlagen als Schautafel gedruckt und an Universitäten verteilt. Die alten Tabellen sind etwas unübersichtlich und selbstverständlich noch lückenhaft. Germanium, Technetium und andere Substanzen fehlen.

Die älteste Tafel mit dem Periodensystem der Elemente wurde rein zufällig vom Chemiker Alan Aitken der altehrwürdigen schottischen University of St Andrews (www.st-andrews.ac.uk) entdeckt, als er eine Rumpelkammer der chemischen Fakultät durchstöberte. Es hat eine Zeitlang gedauert, bis durch Vergleiche mit anderen alten Tabellen klar geworden war, dass man das älteste Periodensystem der Welt gefunden hatte. Es ist interessant, dass dieses Exemplar beim Verlag Lenoir & Forster in Wien gedruckt wurde.

Chemiker wissen, was man aus dem Periodensystem herauslesen kann. Nicht-Chemiker erfahren das Wesentliche in jedem Chemielehrbuch einer Hauptschule. Es geht darum, dass man Elemente mit ähnlichen Eigenschaften in Spalten angibt. Edelgase wie Helium, Neon, Argon usw. finden sich in der Spalte rechts außen, Halbleiter wie Silizium und Germanium in der Mitte, Elementgruppen wie Actiniden und Lanthaniden in einem Kasten weiter unten. Die oberen Reihen enthalten die leichten Elemente wie Wasserstoff, Helium und Lithium, die unteren die schweren. Hier findet man Radium, Thorium, Uran und Plutonium.




Mendelejew

© 2019 Rudolf Öller, Bregenz  [/2019/roe_1912]

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