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17. Februar 2020

 

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KAMBODSCHA


Das (formal) kommunistische Kambodscha ist das Land der Khmer. Diese Volksgruppe stammt von Indern ab, was an der dunkleren Hautfarbe, den runderen Augen und den gewellten Haaren zu erkennen ist. Das Riesenreich der Khmer umfasste einst Nord-Thailand, das heutige Kambodscha und Teile des südlichen Laos und Vietnam.

Im Mittelalter erreichte die Kultur der Khmer ihren Höhepunkt, der sich in den gigantischen Tempelanlagen von Angkor Wat und der Stadt Angkor Thom zeigt. Angkor Wat wurde in weniger als vier Jahrzehnten mit Hilfe von einer Million Sklaven und 40.000 Elefanten errichtet. Warum die rund 300 zum Teil riesigen Tempelanlagen in der Region verlassen wurden, kann nur vermutet werden. Wahrscheinlich war die weltweite Kältephase des 17. Jahrhunderts die Ursache, die bei uns "kleine Eiszeit" genannt wird. Expeditionstrupps der französischen Kolonialherren hatten die Anlagen wiederentdeckt. Heute sind die Tempel nahe der Stadt Siam Reap ein Touristenmagnet. Berühmt wurde neben Angkor Wat noch die Tempelanlage Ta Prohm, wo die beiden Filme "Tomb Raider" mit Angelina Jolie als Lara Croft gedreht wurden.

Fahrzeuge

Kambodscha ist ein armes und von Korruption geschlagenes Land. Das ist bereits optisch an den Fahrzeugen in der Hauptstadt Phnom Penh erkennbar. Es gibt viele Zweiräder, kleine dreirädrige Fahrzeuge namens "Tuk-Tuk", fast keine Mittelklassefahrzeuge und unübersehbare Monster-SUVs und Pick-ups, die es in dieser Größenordnung nur in den USA zu kaufen gibt. Für einen Luxus-PKW, der bei uns 100.000 Euro kostet, muss ein Kambodschaner das Dreifache hinlegen.

Die Armut des Landes ist auch an der schlechten medizinischen Versorgung erkennbar. Arztbesuche und Medikamente sind bar zu bezahlen, gute Kliniken sind selten und privat finanziert. In manchen ländlichen Regionen gibt es nicht einmal Hebammen, was eine hohe Kindersterblichkeit zur Folge hat. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt 20 Jahre unter der europäischen. 60% der Landbevölkerung lebt heute noch ohne elektrischen Strom.

Schulen

Kambodschas Problem ist der Mangel an Fachkräften. Schuld daran sind die erbärmlichen Gehälter sowie das Fehlen von Kranken- und Pensionsversicherungen. Nur Staatsangestellte erhalten eine Minipension. Die Senioren sind auf die Unterstützung der eigenen Kinder angewiesen. Die Eltern müssen auch an öffentlichen Schulen (heimlich) einen Beitrag entrichten, andernfalls wäre ein geordneter Unterricht nicht möglich.

Der zweite Grund für die Personalprobleme liegt in einem Genozid der Siebzigerjahre des letzten Jahrhunderts. Die Hälfte des Volkes (!) wurde innerhalb von 3 Jahren, 8 Monaten und 20 Tagen ermordet.



© 2020 Rudolf Öller, Bregenz  [/2020/roe_2006]

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