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14. Juli 2020

 

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GESCHICHTE DER BIOLOGIE: RÖMER


Während die aufsässigen Griechen Erneuerer waren, brachten die Jahrhunderte der Römischen Herrschaft über den Mittelmeerraum einen Stillstand für die Wissenschaft. Die Römer waren an Macht, Geld, prächtigen Bauten und wilden Spielen in den Arenen interessiert. Die Gelehrten Roms waren damit zufrieden, die Entdeckungen der Vergangenheit zu archivieren. So sammelte und kommentierte beispielsweise Aulus Cornelius Celsus (26 v. Chr. – 50 n. Chr.) griechisches Wissen für eine Vorlesung. Die Kapitel über Medizin blieben der Nachwelt erhalten, wodurch er als antiker Arzt zur Berühmtheit wurde.

Die Eroberungen der römischen Legionen ermöglichte es den Gelehrten, Pflanzen und Tiere aus Gegenden zu sammeln, die den Griechen noch unbekannt waren. Der in der römischen Armee dienende griechische Arzt Pedanios Dioskurides (die Lebensdaten sind unbekannt) übertraf seinen griechischen Kollegen Theophrastus, indem er sechshundert Pflanzenarten beschrieb. Er schenkte ihren medizinischen Eigenschaften besondere Aufmerksamkeit, wodurch er als Begründer der Pharmakologie bezeichnet werden kann.

Enzyklopädien waren bei den Römern groß in Mode. Der auf diesem Gebiet besonders bekannte Sammler war Gaius Plinius Secundus (23 - 79 n. Chr.), der gewöhnlich als Plinius bekannt ist. Er schrieb eine siebenunddreißigbändige Enzyklopädie, in der er alles zusammenfasste, was über Naturgeschichte bei älteren griechischen und römischen Autoren zu finden war. Seine Informationen stammten aus zweiter Hand. Plinius vermischte Aberglauben und wissenschaftliche Aufsätze (meist von Aristoteles) zu einem bunten Panoptikum.

Christentum

Plinius unterlegte seine Texte auch mit moralischen Ansichten, wodurch er zu einem Vorläufer politischer Ideologien wurde. Plinius gefiel den frühen Christen, was eine Erklärung dafür ist, dass Plinius' Werke bis in die Neuzeit erhalten geblieben sind.

Der in Kleinasien geborene griechische Arzt Galenos von Pergamon (130 - 200 n. Chr.) war der letzte große Biologe des Altertums. Er hatte in seinen jüngeren Jahren als Chirurg in der Arena der Gladiatoren praktiziert und Gelegenheit gehabt, menschliche Anatomie zu beobachten. Galens anatomische Studien mussten sich aber auf Sektionen von Hunden, Schafen und anderen Tieren beschränken. Er war kein Christ, doch er glaubte an die Existenz eines Gottes und so fand er überall im menschlichen Körper Zeichen göttlichen Wirkens. Das alles passte gut zu der Auffassung der immer größer werdenden christlichen Gemeinden und erklärt Galens Popularität in späteren Jahrhunderten.



© 2020 Rudolf Öller, Bregenz  [/2020/roe_2026]

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