Welt der Naturwissenschaften

Eine Sammlung von Essays als schneller Zugang zu den Naturwissenschaften für Selbstdenker und andere Minderheiten.

Heute ist der 17. Februar 2019

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ES LEBT NICHT!


Viktor Frankenstein schrie, als sich sein künstlich erschaffenes Wesen zu bewegen begann, voll Euphorie: "Es lebt, es lebt!" Obwohl sein Monster männliche Züge aufwies, war das Ding im Frankensteinfilm ein "Es", ein ungeschlechtliches Wesen. Dieser Begriff drängt sich auf, wenn von Transgender die Rede ist. In den USA gibt es in einigen öffentlichen Gebäuden Transgendertoiletten, neuerdings gelangen diese Örtchenmodelle auch nach Europa. Seit uralten Zeiten wurde sprachlich zwischen männlich und weiblich unterschieden. Alle Völker kennen und benennen die Begriffe männlich und weiblich. Die Erfindung eines dritten menschlichen Geschlechts, das "Es", ist unserer Zeit vorbehalten.

In der Biologie kennen wir männliche und weibliche Menschen, allerdings gibt es Besonderheiten, deren Ursachen bekannt sind, seit wir Chromosomen in Zellkernen identifizieren können. Die entscheidende Rolle spielt das Y-Chromosom, obwohl es kleiner ist als das X-Chromosom. Wenn eine befruchtete Eizelle mindestens ein Y-Chromosom enthält, entsteht immer ein Mann. Fehlt das Y-Chromosom, entsteht immer eine Frau. Die Normalfälle sind dabei 46, XY (männlich) und 46, XX (weiblich). 46 bezieht sich dabei auf die bei Menschen normale Anzahl von Chromosomen. Die bekanntesten Abweichungen bei den Geschlechtschromosomen sind der "Klinefelter" (47, XXY - männlich) das Jacobs- oder YY-Syndrom (47, XYY - männlich) und der "Turner" (45, X - weiblich). Diese Kombinationen sind sehr selten und liegen im einstelligen Promillebereich. Gelegentlich kann es vorkommen, dass primäre menschliche Geschlechtsorgane unvollständig ausgebildet sind, aber das hat mit einem "dritten Geschlecht" überhaupt nichts zu tun. Wer glaubt, ein "Es" zu sein, ist meist Opfer der eigenen Psyche oder von Suggestionen.

Es gibt in der Biologie echte Zwitter, aber auch hier gibt es kein "Es". Man unterscheidet zwischen Hermaphroditen und Gynandromorphismen. Man verzeihe die Fremdwörter, aber deutsche Ausdrücke gibt es dafür nicht. Bei den Hermaphroditen werden funktionierende männliche und weibliche Fortpflanzungsorgane entwickelt, wie etwa bei den einhäusigen Blütenpflanzen. Im Tierreich sind Lungenschnecken und Regenwürmer bekannte Beispiele. Beim Gynandromorphismus handelt es sich um genetische "Mosaike". Das sind Sonderfälle, die nur für die Grundlagenforscher interessant sind.

Die Behauptung, es gebe beim Menschen drei oder mehr Geschlechter, ist definitiv falsch. Die These einiger weniger Kulturwissenschaftler, Geschlecht sei ohnehin nur etwas gesellschaftlich Konstruiertes, hat weder mit Wissenschaft im Allgemeinen noch mit Biologie im Besonderen zu tun.




Zwangsheterosexualität

© 2019 Rudolf Öller, Bregenz  [/2019/roe_1908]

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